Gerade gelesen (Aktuelles aus der Klassik-Presse)

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    • Gerade gelesen (Aktuelles aus der Klassik-Presse)

      Hallo zusammen,

      ich mache mal diesen Thread auf, in dem aktuelle Meldungen zur Musikwelt gepostet werden können, die Ihr für mitteilenswert haltet, ohne gleich einen ganzen Thread dafür aufzumachen. Diskussionen sind natürlich trotzdem erwünscht und bei Bedarf kann ja auch ein eigener Thread ausgelagert werden.

      Ich fange gleich an mit folgender Meldung, über die ich gerade gestolpert bin:

      Stockhausen-Melodien tönen vom Kölner Rathausturm

      Die Kölner unter uns wissen es wahrscheinlich schon, aber mir war es neu. Seit der erneuten Inbetriebnahme des Glockenspiels am Kölner Rathaus-Turm im Juli tönt jetzt jeden Mittag um 12:00 die Melodie des jeweiligen Monats aus Stockhausens Tierkreis. Das gesamte Program für das Glockenspiel hat eng mit Köln zu tun, so ertönen um 15:00 Melodien der großen kölschen Karnevalsgruppen "Bläckföss" und "Höhner" und abends um 18:00 Melodien eines anderen berühmten Sohnes der Stadt: Jacques Offenbach. Um 12:00, der Zeit des höchsten Sonnenstandes ertönen jedoch Melodien von Stockhausen - auf dem von Touristen am häufigsten besuchten Platz der Stadt. Der Zeitpunkt ist für den Komponisten von Licht sicher besonders bedeutsam.

      Der Tierkreis ist eigentlich keine fertige Komposition. Ursprünglich waren es sehr kurze Melodien für Spieluhren komponiert, sind es jetzt Melodien mit Anweisungen zur Ausarbeitung des fertigen Stückes. Die Besetzung ist im wesentlichen frei. Die Ausarbeitungen können große Ausmaße annehmen, die größte Version dürfte Sirius von Stockhausen selber sein, das ca. 90 Minuten dauert.

      Für Köln wurden die Melodien von Bert Augustus arrangiert und programmiert.

      Diese Melodien sind übrigens echte Ohrwürmer und leicht eingängig, in der Langfassung (Sirius) aber auch etwas langatmig :hide:

      Ich finde, das ist eine wunderschöne Hommage an Stockhausen durch "seine" Stadt :juhu: :juhu: :juhu:

      Jetzt muss ich das nächste Mal, wenn ich in Köln bin, auch Touri spielen und um 12:00 am Rathaus auf Stockhausen warten.

      Viele Grüße,

      Melanie
      With music I know happiness (Kurtág)
    • ;(

      Komisch, daß so wenig darüber berichtet wird. Das wäre ja schon auch eine Meldung in einer größeren Zeitung wert...

      Und die Leute haben es zwei Tage nicht gemerkt. Vielleicht handelt es sich ja auch um einen Erpressungsversuch und der Codex kann für die Allgemeinheit gerettet werden, wenn auch für viel Geld.

      Viele Grüße,

      Melanie
      With music I know happiness (Kurtág)
    • Elisabeth Kulmans Unfall

      Soeben habe ich bei Facebook den Link zu diesem Beitrag erhalten:

      Elisabeth Kulman wegen eines Arbeitsunfalls zu Konzertabsagen gezwungen
      Dramatischer Bühnenunfall bei der ersten szenischen Probe (19. Juli 2011) zu “Tristan und Isolde”, einer Produktion der Ruhrtriennale in Bochum.

      Im Zuge der szenischen Arbeit kam es durch ein Missgeschick zu einem heftigen Schlag direkt auf den Kehlkopf der Sängerin, einhergehend mit totalem Stimmverlust sowie starken Schwellungen und Einblutungen der Stimmlippen. Die Sängerin wurde sofort ins Bochumer St. Elisabeth-Hospital eingeliefert und stationär behandelt. Nach Einschätzung der Ärzte ist unter Einhaltung absoluter Stimmruhe mit einer langsamen Genesung innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen. Die Chancen auf vollständige Heilung ohne bleibende Schäden sind gut.

      "Ich bin von dem Unfall zutiefst geschockt, denn der Kehlkopf ist der empfindlichste Körperteil, quasi die Achillesferse des Sängers/der Sängerin. Die Stimme zu verlieren, ist ein Alptraum; sie ist unser Kapital, unsere Stradivari. Ich bin dankbar und glücklich, dass die Zeichen gut stehen, dass ich meinen geliebten Beruf irgendwann, hoffentlich bald, wieder ausüben darf!"

      Die geplanten Auftritte der nächsten Wochen musste Elisabeth Kulman mit großem Bedauern absagen. Davon betroffen sind zwei Mahler-Liederabende gemeinsam mit dem Ensemble Amarcord Wien beim Festival RheinVokal (24. Juli 2011) und beim Attergauer Kultursommer (26. Juli 2011) sowie Gustav Mahlers "Das klagende Lied" mit den Wiener Philharmonikern unter Pierre Boulez am 28. und 31. Juli 2011 bei den Salzburger Festspielen.

      Ob Elisabeth Kulmans Mitwirkung und ihr Rollendebüt als Brangäne in der Oper "Tristan und Isolde" bei der Ruhrtriennale (Premiere ist am 28. August 2011) wie ursprünglich geplant stattfinden kann, ist derzeit noch offen.
      Ich hoffe, dass sich die Sängerin so schnell wie möglich davon erholen wird.
      http://wotans-opernwelt.blogspot.com/
    • Das ist ja schlimm! Ich wünsche Elisabeth Kulman, die ich noch am Sonntag im Konzert in Mahlers 3. Symphonie gehört habe, baldige und vollständige Genesung!

      Leider bin ich von den Konzertabsagen betroffen - das Amarcord-Konzert und das "Klagende Lied" bei den Salzburger Festspiele werden jetzt wohl entweder gar nicht oder ohne sie stattfinden. ;(


      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Soeben veröffentlichte Elisabeth Kulmann auf Facebook diesen Kommentar:

      Ich komme eben von einer Besprechung mit Regisseur Willy Decker und Dirigent Kirill Petrenko. Im gegenseitigen Einvernehmen haben wir entschieden, dass ich der Heilung meiner Stimme Zeit und Raum gebe und in Loyalität zu den KollegInnen die “Tristan”-Produktion verlassen werde. Das muss ich jetzt erst einmal verkraften ... Danke für eure Anteilnahme und Unterstützung!
      http://wotans-opernwelt.blogspot.com/
    • Aus Salzburg konnte ich noch nichts über Ersatz für Elisabeth Kulman erfahren.

      Am Attersee (Dienstag, 26.7) wird an ihrer Stelle die bayerische Mezzosopranistin Stefanie Irányi mit Amarcord das selbe Programm singen. Sie hat bereits CD-Einspielungen mit Schumann- und Brahms-Liedern gemacht und die Titelpartie von Simon Mayrs "Matrimonio di Tobia" für Naxos gesungen.


      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Oh, das ist mies! So eine Vermischung von Kultur und Politik ist immer unverhältnismäßig, wie ich finde... :thumbdown: :shake:


      jd :|
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Auf der Homepage des Brucknerhauses Linz habe ich folgende Nachricht gelesen:

      Der Schweizer Oboist, Dirigent und Komponist Heinz Holliger ist leider schwer erkrankt und musste seine Auftritte bis auf weiteres absagen.

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Anton Kuerti spielte während eines Konzerts in Miami eine halbe Stunde lang immer wieder dasselbe Stück,

      und zwar auch noch, als ein anderer Pianist, der im Publikum saß, auf die Bühne trat, um zu sehen, was mit ihm los ist. Das Konzert wurde abgebrochen und er befindet sich jetzt im South Miami Hospital.

      "http://m.thespec.com/news-story/4163502-paramedics-called-after-canadian-pianist-repeatedly-plays-same-piece-on-stage/"
    • Nun beschallt sogar schon ein Bäcker seinen Sauerteig in der Backstube mit klassischen Klängen, weil er der Überzeugung ist, dass der Sauerteig damit besser aufgeht und auch besser schmeckt :spock: Und demnächst bekommt sein Sauerteig sogar edle Live-Musik zu hören:mlol: :

      "http://www.br.de/radio/br-klassik/sendungen/allegro/sternstunden-brklassik-brotaktion-100.html"


      Ob ich das bei meinem nächsten Broten auch mal versuche ? :D
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • naja, wenn schon dummes Wasser ein Gedächtnis hat, dann doch der Sauerteig erst recht. Ist ja auch Wasser drin. Solange mein Brot im Kasten nicht nachts um zwei "der Höller Rache.." zu grölen anfängt...
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)